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Buchtipps - Belletristik

Karin Kalisa erzählt auf verspielte und schöne Weise Geschichten:  "Dieses Aufeinmaldasein. Dieses Ausdemnichtskommen. Dieses Ebennochwardochallesanders. Wie gut sie das kannte. Aber Nurzugutkennen half nicht. Plötzlichkeit ließ sich nicht lernen."  

Mikita Franko hat einen bewegenden Roman über einen Jungen geschrieben, der in Russland bei einem homosexuellen Paar aufwächst.

"Ihre Buchhandlung. Nicht nur Durchlaufort, sondern Bleibeort, Wiederkommort, Herzensheimat" (Nina George) Im wunderbaren Thiele Verlag ist dieses Kleinod erschienen. Eine Liebeserklärung an die weibliche Welt der Bücher für Leserinnen, Schriftstellerinnen und natürlich auch für Buchhändlerinnen.

Frühjahr 1974 in Bonn: die bundesdeutsche Hauptstadt ist in gespannter Erwartung. In Kürze soll die „Ständige Vertretung“ der DDR eröffnet werden und damit der gesamtdeutsche Dialog neue Impulse bekommen. Wie werden sich die ostdeutschen Mitarbeiter im Westen verhalten? Man rechnet immerhin mit mehr als 100 Personen, die in der Vertretung arbeiten werden.

Nene und Boris lernen sich im Schwimmbad der Nordstadt kennen. Sie verlieben sich und versuchen zusammen zu kommen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn beide haben eine verkorkste Seele. Direkt und unverblümt erzählt Annika Büsing vom Alltag der Klassengesellschaft. Nene wuchs mit Alkohol, Gewalt und Hoffnungslosigkeit auf. Das Schwimmbad und ihre Arbeit als Bademeisterin geben ihr Halt, aber doch lauern überall Abgründe.

„Illustrierte Lieblingsbücher“ – so heißt diese wunderschöne Reihe bei Galiani Berlin. Die Grafikerin Kat Menschik gestaltet ausdrucksstarke, intensive Bilder. So geben ihre Illustrationen den gut gewählten Klassikern eine besondere Note und eine eigenwillige Interpretation. 

Wilhelm Tell – Apfelschuss– der Hut, der nicht gegrüßt wurde. Diese Bestandteile der Geschichte sind wohlbekannt, aber sonst? Ich kenne das Stück von Schiller nicht und bin völlig unvorbereitet an dieses Buch gegangen und es hat mich unterhalten wie schon lange keines. Joachim B. Schmidt erzählt die Geschichte als historischen Thriller aus der Sicht von über zwanzig Personen in beinahe hundert Szenen. Spannend!

Von Tana French habe ich vor vielen Jahren die ersten beiden Kriminalromane gelesen, die mich mit ihren unergründbaren Rätseln und feiner psychologischer Beobachtung begeistert haben. Dann habe ich die Autorin aus den Augen verloren und sie erst jetzt mit ihrem neuesten Roman wiederentdeckt.

Ich hoffe, Sie kennen das Buch „Im Meer schwimmen Krokodile“, das erste Buch, das Akbari und Geda zusammen geschrieben haben. Es handelt von der unglaublichen Reise von Enaiatollah Akbari, der mit 10 Jahren von seiner afghanischen Mutter in Pakistan absichtlich zum Schutz zurückgelassen wird, weil sie wusste, dass ihm in der Heimat Entführung, Krieg und vielleicht Tod drohen. 

Dieses Buch sieht nicht nur schön aus, es hat auch eine wunderbare Sprache. Hans-Jörg Schertenleib lässt sich Zeit Impressionen und Gedanken zu entfalten. Wie eine Reise durch die Nacht mit dem Zug.