Frank Schwarz und Jeanette Jung empfehlen im Februar:

Der stärkste Leseeindruck seit langem! Der Verlag gibt mit Recht keine Gattungsbezeichnung bei diesem Buch an, es ist eine Mischung aus Erzählung, Essay, historischem Sachbuch und Biographie.

Emmanuel Carrère ist ein französischer Schriftsteller, der in seinen Büchern die Grenzen der Genres verwischt. Er ist besonders dafür bekannt, dass er seine persönlichen Gedanken und Meinungen stark einbringt. Nachdem er an einer Fernsehserie mitgearbeitet hat, in der „die Toten“ wieder zurückkommen und zu ihren Familien zurückkehren (sie wissen nicht, dass sie tot sind), befasst er sich plötzlich mit den Ursprüngen des Christentums. Wie konnten die Menschen damals glauben, was aller Vernunft wiedersprach? An den Lebensgeschichten von Paulus und Lukas entlang erzählt er die Entstehungsgeschichten der Texte, die uns heute als Neues Testament vorliegen. Und er beschreibt vor allem  Lukas als glänzenden Erzähler der frühen Christenheit, der unsere Vorstellung von den Ereignissen im Leben Jesu wesentlich geprägt hat. Ob das alles historisch stimmt, ist nur ein kleiner Aspekt dieses Buches. Carrère treibt die Frage um, ob man es glauben kann.

Wer sich auf eine Achterbahn rund um das Thema Frühes Christentum, Apostelgeschichte und Glaubenszweifel eines französischen Intellektuellen einlassen möchte, lese dieses Buch. Es stellt mehr Fragen, als es beantworten kann und stellt auch eine mutige Selbstentblößung des Autors dar.

Im Thema interessant, in der Form einmalig, hat mit dieses Buch sofort gefesselt und nicht mehr losgelassen.

Carrère, Emmanuel
btb Verlag
ISBN/EAN: 9783442715114
12,00 € (inkl. MwSt.)